Nick-and-Nora-Glas
Volumenangaben sind Richtwerte. Reale Größen schwanken je nach Hersteller und Serie.
Ein kleiner, tulpenförmiger Kelch auf schlankem Stiel, benannt nach dem Ehepaar aus den Thin-Man-Filmen. Die nach innen gewölbte Öffnung bündelt die Aromen stärker als eine Coupe und macht das Glas nahezu kippsicher. In der modernen Barszene hat es dem Martiniglas viel Terrain abgenommen.
Wofür geeignet
- Kleine, spirituosenlastige Shortdrinks
- Aromatisch komplexe Klassiker
Auch bekannt als
Nick & Nora, Little Martini
Klassisch dafür bekannt: Martinez, Manhattan, Dry Martini — allgemein bekannte Klassiker, nicht zwingend Rezepte auf dieser Seite.
💡Barkeeper-Tipp
Ideal, wenn Gäste den Drink lieber in kleinerer Portion und dafür durchgehend kalt trinken wollen.
Pflege & Handhabung
Dünnwandige Varianten nur von Hand spülen.
Vertiefung
Benannt nach einem fiktiven Ehepaar
Das Nick-and-Nora-Glas verdankt seinen Namen Nick und Nora Charles, dem trinkfreudigen Ermittler-Ehepaar aus der „Thin Man"-Filmreihe der 1930er-Jahre. Diese popkulturelle Referenz ist ungewöhnlich für Barzubehör, dessen Namen sich meist auf Herkunftsorte, Handwerkstechniken oder reale Personen beziehen, nicht auf Filmfiguren – ein Hinweis darauf, wie eng klassische Cocktailkultur und die Ästhetik des frühen Hollywood-Kinos miteinander verwoben waren.
Warum es dem Martiniglas Terrain abgenommen hat
Das klassische, breit geöffnete Martiniglas mit seiner dreieckigen Form sieht zwar ikonisch aus, hat aber einen praktischen Nachteil: Der Drink erwärmt sich durch die große offene Oberfläche schnell und schwappt bei jeder Bewegung leicht über den Rand. Das Nick-and-Nora-Glas mit seiner nach innen gewölbten Öffnung löst beide Probleme gleichzeitig und hat sich deshalb in der modernen Craft-Bar-Szene als praktischere Alternative durchgesetzt.
Kleineres Volumen als bewusstes Zugeständnis
Mit typischerweise nur 12 bis 15 Zentilitern Fassungsvermögen ist das Nick-and-Nora-Glas deutlich kleiner als ein klassisches Martiniglas. Dieses geringere Volumen ist kein Nachteil, sondern folgt der Logik, dass ungekühlte, rein spirituosenbasierte Drinks sich am besten in kleineren Portionen trinken lassen, bevor sie durch die Handwärme und Raumtemperatur an Kühle verlieren.
Ein Comeback im Zuge der Craft-Cocktail-Bewegung
Obwohl die Glasform selbst nicht neu ist, erlebte das Nick-and-Nora-Glas erst im Zuge der internationalen Craft-Cocktail-Bewegung der 2000er- und 2010er-Jahre eine breite Wiederentdeckung, als Bars gezielt nach historisch fundierten, aber praktischeren Alternativen zum Standard-Martiniglas suchten.
Für welche Drinks es sich besonders eignet
Das Nick-and-Nora-Glas funktioniert am besten bei kurzen, ungekühlten Rührdrinks wie Martinez, Manhattan oder Dry Martini, bei denen Aromenkonzentration und anhaltende Kühle wichtiger sind als ein großzügiges Volumen. Für geschüttelte Drinks mit Eiweißschaum wie einen Whiskey Sour greifen viele Bars dagegen weiterhin zum breiteren Sourglas oder zur Coupe, da diese der Schaumkrone mehr Fläche bieten.
Ein Statement-Glas für die Barkarte
Weil das Nick-and-Nora-Glas heute vor allem mit anspruchsvollen, klassisch orientierten Cocktailbars assoziiert wird, hat sich seine bloße Verwendung fast zu einem stilistischen Signal entwickelt: Es signalisiert Gästen eine bewusste, an der Craft-Bewegung orientierte Haltung, noch bevor der erste Schluck getrunken wird.
Warum die Hausbar-Anschaffung sich besonders lohnt
Für die eigene Hausbar ist das Nick-and-Nora-Glas oft die praktischere Wahl gegenüber einem großen Martiniglas, weil sein kleineres, stabileres Design weniger anfällig für Kippunfälle ist und gleichzeitig eine elegante Optik bietet, die sich für die gesamte Bandbreite spirituosenbetonter Rührdrinks eignet. Wer nur ein einziges Stielglas für klassische Shortdrinks anschaffen möchte, trifft mit dieser Form selten eine falsche Wahl, da sie mittlerweile als vielseitiger Standard in modernen Barsortimenten gilt.
Der Vergleich zur klassischen Coupe
Neben dem Martiniglas wird das Nick-and-Nora-Glas häufig auch mit der noch breiteren, flacheren Coupe verglichen, die ihren eigenen Ursprung in der Champagner-Servierkultur hat. Während die Coupe durch ihre offene Form eine größere Angriffsfläche für Aromaverflüchtigung bietet, hält die enger zulaufende Nick-and-Nora-Form die Aromen konzentrierter im Glas – ein Unterschied, der bei aromaintensiven Spirituosen wie Gin besonders ins Gewicht fällt.