
Zeit
2 Min.
Level
Einfach
Glas
Coupe
Eis
Crushed Ice (im Shaker)
Geschmacksprofil & Sensorik
Pink Lady
Endlich wieder ein echter Klassiker – und einer mit einer bemerkenswert wechselhaften Reputationsgeschichte. Die Pink Lady ist ein Gin-Cocktail mit langer Geschichte; ihre rosa Farbe stammt von der Grenadine.
Die Grundformel
Die Rezepturen variieren, aber alle Varianten haben Gin, Grenadine und Eiweiß gemeinsam. In der einfachsten Form besteht der Drink aus genau diesen drei Zutaten.Das Café Royal Cocktail Book von 1937 nennt ein Glas Gin, einen Esslöffel Grenadine und das Eiweiß eines Eis, geschüttelt und abgeseiht.
Auf heutige Maße übertragen bewegt man sich etwa bei 5 cl Gin, 1,5 cl Grenadine und einem Eiweiß – wobei die Umrechnung von „a glass of Gin" meine Auslegung ist, nicht die historische Vorgabe.
Die Varianten
Hier wird es unübersichtlich, und zwar quellenbelegt: Häufig kommt Zitronensaft zur Grundform hinzu. Eine cremigere Version, die es mindestens seit den 1920er-Jahren gibt, ergänzt süße Sahne – in New Orleans lief diese Fassung auch unter dem Namen Pink Shimmy. In manchen Rezepten ersetzt die Sahne das Eiweiß statt es zu ergänzen, teils zusammen mit Zitronensaft.
Dazu kommt die heute in der Barliteratur verbreitetste Fassung mit Applejack (amerikanischem Apfelbrand) neben dem Gin – sie findet sich unter anderem im Mr. Boston Official Bartender's Guide und bei Ted Haigh. Wer die Pink Lady heute bestellt, bekommt in ambitionierten Bars meist diese Version: Gin, Applejack, Zitrone, Grenadine, Eiweiß.
Meine Empfehlung, wenn du sie ausprobieren willst: die Applejack-Fassung. Der Apfelbrand gibt dem Drink Substanz und eine trockene Fruchtnote, die der reinen Gin-Grenadine-Version fehlt.
Geschüttelt wird bei allen Versionen mit Eis; nach dem Abseihen ins Glas wird gern mit einer Cocktailkirsche garniert. Für die Textur empfiehlt sich der Dry Shake – erst ohne Eis, dann mit.
Herkunft und Name
Der genaue Ursprung ist nicht gesichert. Gelegentlich wird die Erfindung der Innenarchitektin und Gesellschaftsfigur Elsie de Wolfe (1865–1950) zugeschrieben, doch das mit ihr verbundene Rezept unterscheidet sich deutlich von den üblichen Pink-Lady-Rezepten. Ihre Kreation, auch Lady Mendl Cocktail genannt, ist zwar ebenfalls Gin-basiert, enthält aber Grapefruitsaft und Cointreau.
Zum Namen gibt es zwei Erzählungen: Er soll auf das gleichnamige Broadway-Musical von Ivan Caryll aus dem Jahr 1911 zurückgehen – oder auf dessen Hauptdarstellerin Hazel Dawn, die als „The Pink Lady" bekannt war.Während der Prohibition (1920–1933) war der Drink bereits weithin bekannt. Im Southern Yacht Club in New Orleans war er beliebt und wurde dort auch als Pink Shimmy geführt; das Rezept ging auf Armond Schroeder zurück, einen stellvertretenden Manager des Clubs.
Für die Popularität gibt es eine wenig romantische, aber plausible Erklärung: Der Gin war in der Prohibitionszeit häufig von schlechter Qualität, sodass Bedarf bestand, seinen Geschmack zu überdecken. Grenadine und Eiweiß leisten genau das.
Der Ruf
Dieser Teil der Geschichte ist der interessanteste – und für einen Text der ergiebigste:
Spätestens in den 1930er-Jahren bekam die Pink Lady wegen ihres Namens und ihres süß-cremigen Geschmacks den Ruf eines typischen „Frauengetränks", befördert durch Publikationen wie Esquires Handbook for Hosts von 1949. Von Jayne Mansfield heißt es, sie habe vor dem Essen eine Pink Lady getrunken.In der Folge fiel der Cocktail bei männlichen Cocktail-Kritikern in Ungnade, die sich an seiner vermeintlich „weiblichen" Natur störten.
Der Autor und Bartender Jack Townsend mutmaßte in The Bartender's Book (1951), das harmlose Erscheinungsbild der Pink Lady habe Frauen angesprochen, die wenig Erfahrung mit Alkohol hatten. Zeitweise landete der Drink auf Esquires Liste der zehn schlechtesten Cocktails.
Das Bemerkenswerte daran: Handwerklich ist die Pink Lady ein sauber gebauter Sour – Spirituose, Säure, Süße, Eiweiß. Die Abwertung galt nie dem Drink, sondern dem, wofür er stand. In der Cocktail-Renaissance der letzten zwanzig Jahre ist er entsprechend rehabilitiert worden.
Charakter
Cremig-schaumig durch das Eiweiß, blassrosa, süß-säuerlich. Mit guter Grenadine – also echtem Granatapfelsirup statt gefärbtem Zuckerwasser – bekommt der Drink eine fruchtige Tiefe, die ihn deutlich über seinen historischen Ruf hebt. Mit billiger Grenadine schmeckt er nach Himbeerbrause, was die alten Kritiken erklärt.
Für rohes Eiweiß gilt dasselbe wie bei den Flips: frische Eier, kühl lagern, zügig servieren.
Zubereitungsschritte
Alle Zutaten mit Eis schütteln, in ein Cocktailglas abseihen und servieren.
"Für perfekten Schaum bei Sours: erst ohne Eis schütteln (Dry Shake), dann Eis hinzufügen und nochmals kräftig schütteln."
Pink Lady
Endlich wieder ein echter Klassiker – und einer mit einer bemerkenswert wechselhaften Reputationsgeschichte. Die Pink Lady ist ein Gin-Cocktail mit langer Geschichte; ihre rosa Farbe stammt von der Grenadine.
Die Grundformel
Die Rezepturen variieren, aber alle Varianten haben Gin, Grenadine und Eiweiß gemeinsam. In der einfachsten Form besteht der Drink aus genau diesen drei Zutaten.Das Café Royal Cocktail Book von 1937 nennt ein Glas Gin, einen Esslöffel Grenadine und das Eiweiß eines Eis, geschüttelt und abgeseiht.
Auf heutige Maße übertragen bewegt man sich etwa bei 5 cl Gin, 1,5 cl Grenadine und einem Eiweiß – wobei die Umrechnung von „a glass of Gin" meine Auslegung ist, nicht die historische Vorgabe.
Die Varianten
Hier wird es unübersichtlich, und zwar quellenbelegt: Häufig kommt Zitronensaft zur Grundform hinzu. Eine cremigere Version, die es mindestens seit den 1920er-Jahren gibt, ergänzt süße Sahne – in New Orleans lief diese Fassung auch unter dem Namen Pink Shimmy. In manchen Rezepten ersetzt die Sahne das Eiweiß statt es zu ergänzen, teils zusammen mit Zitronensaft.
Dazu kommt die heute in der Barliteratur verbreitetste Fassung mit Applejack (amerikanischem Apfelbrand) neben dem Gin – sie findet sich unter anderem im Mr. Boston Official Bartender's Guide und bei Ted Haigh. Wer die Pink Lady heute bestellt, bekommt in ambitionierten Bars meist diese Version: Gin, Applejack, Zitrone, Grenadine, Eiweiß.
Meine Empfehlung, wenn du sie ausprobieren willst: die Applejack-Fassung. Der Apfelbrand gibt dem Drink Substanz und eine trockene Fruchtnote, die der reinen Gin-Grenadine-Version fehlt.
Geschüttelt wird bei allen Versionen mit Eis; nach dem Abseihen ins Glas wird gern mit einer Cocktailkirsche garniert. Für die Textur empfiehlt sich der Dry Shake – erst ohne Eis, dann mit.
Herkunft und Name
Der genaue Ursprung ist nicht gesichert. Gelegentlich wird die Erfindung der Innenarchitektin und Gesellschaftsfigur Elsie de Wolfe (1865–1950) zugeschrieben, doch das mit ihr verbundene Rezept unterscheidet sich deutlich von den üblichen Pink-Lady-Rezepten. Ihre Kreation, auch Lady Mendl Cocktail genannt, ist zwar ebenfalls Gin-basiert, enthält aber Grapefruitsaft und Cointreau.
Zum Namen gibt es zwei Erzählungen: Er soll auf das gleichnamige Broadway-Musical von Ivan Caryll aus dem Jahr 1911 zurückgehen – oder auf dessen Hauptdarstellerin Hazel Dawn, die als „The Pink Lady" bekannt war.Während der Prohibition (1920–1933) war der Drink bereits weithin bekannt. Im Southern Yacht Club in New Orleans war er beliebt und wurde dort auch als Pink Shimmy geführt; das Rezept ging auf Armond Schroeder zurück, einen stellvertretenden Manager des Clubs.
Für die Popularität gibt es eine wenig romantische, aber plausible Erklärung: Der Gin war in der Prohibitionszeit häufig von schlechter Qualität, sodass Bedarf bestand, seinen Geschmack zu überdecken. Grenadine und Eiweiß leisten genau das.
Der Ruf
Dieser Teil der Geschichte ist der interessanteste – und für einen Text der ergiebigste:
Spätestens in den 1930er-Jahren bekam die Pink Lady wegen ihres Namens und ihres süß-cremigen Geschmacks den Ruf eines typischen „Frauengetränks", befördert durch Publikationen wie Esquires Handbook for Hosts von 1949. Von Jayne Mansfield heißt es, sie habe vor dem Essen eine Pink Lady getrunken.In der Folge fiel der Cocktail bei männlichen Cocktail-Kritikern in Ungnade, die sich an seiner vermeintlich „weiblichen" Natur störten.
Der Autor und Bartender Jack Townsend mutmaßte in The Bartender's Book (1951), das harmlose Erscheinungsbild der Pink Lady habe Frauen angesprochen, die wenig Erfahrung mit Alkohol hatten. Zeitweise landete der Drink auf Esquires Liste der zehn schlechtesten Cocktails.
Das Bemerkenswerte daran: Handwerklich ist die Pink Lady ein sauber gebauter Sour – Spirituose, Säure, Süße, Eiweiß. Die Abwertung galt nie dem Drink, sondern dem, wofür er stand. In der Cocktail-Renaissance der letzten zwanzig Jahre ist er entsprechend rehabilitiert worden.
Charakter
Cremig-schaumig durch das Eiweiß, blassrosa, süß-säuerlich. Mit guter Grenadine – also echtem Granatapfelsirup statt gefärbtem Zuckerwasser – bekommt der Drink eine fruchtige Tiefe, die ihn deutlich über seinen historischen Ruf hebt. Mit billiger Grenadine schmeckt er nach Himbeerbrause, was die alten Kritiken erklärt.
Für rohes Eiweiß gilt dasselbe wie bei den Flips: frische Eier, kühl lagern, zügig servieren.
Häufige Fragen
Wie schmeckt ein Pink Lady?
Der Pink Lady schmeckt deutlich süß und kräftig im Geschmack.
Wie stark ist ein Pink Lady?
Ja, der Pink Lady ist ein eher starker Cocktail mit höherem Alkoholgehalt. Genießen Sie ihn verantwortungsvoll.
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